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spacer 16. Juni 2003
15.06.2003
Zwei Zitate und kein Gegenargument


Hannes Kater - das Leben eines Gedankens


Das eigentliche
Leben eines Gedankens dauert nur, bis er an den Grenzpunkt der Worte angelangt ist. – Sobald nämlich unser Denken Worte gefunden hat, ist es schon nicht mehr innig noch im tiefsten Grunde ernst. Wo es anfängt, für andere dazusein, hört es auf, in uns zu leben; wie ein Kind sich von der Mutter ablöst, wann es ins eigene Dasein trifft.
Aus: Schopenhauer, Parerga und Paralipomena II. Kleine philosophische Schriften.

"Und schon sind wir doch bei der Frage: Kann man
ohne Sprache denken? Ich glaube schon. Es gibt bestimmt Dinge in meinem Kopf, die ich denken kann, ohne direkt eine Benennung, ein Label dafür zu haben."
Neuropsychologin
Angela Friederici

Schlesinger nennt noch weitere Defizite in der sprachlichen Kompetenz vieler gehörloser Kinder: Sie beziehen sich in ihren Äußerungen nur auf Objekte in ihrer unmittelbaren Umgebung, kennen Konzepte wie Entferntheit oder Eventualität nicht, formulieren keine Hypothesen, vollziehen nur selten den Schritt in übergeordnete Kategorien und sind allgemein auf eine im Grunde vorbegriffliche, eine reine Sinneswelt beschränkt...

** aus: Sprache im Gehirn - Ein Besuch bei der Leipziger Neuropsychologin Angela Friederici. Andreas Sentker in: DIE ZEIT 1997, Nr. 27
Andreas Sentker ist damit nicht einverstanden:
"
Das Argument [er meint die Aussage von der Neuropsychologin Friederice] stimmt nur zur Hälfte. Die amerikanische Sprachforscherin Hilde Schlesinger hat die Entwicklung gehörloser Kinder untersucht. Bestimmte Konzepte des Denkens scheinen sich bei ihnen erst verspätet zu entwickeln. Das Prinzip eines Fragesatzes etwa bleibt ihnen lange ein Rätsel.*

Also doch: Brauchen wir abstrakte Sprache - in welcher Form auch immer und die damit verbundenen Konzepte von Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft als Basis unseres Bewußtseins? ..."
** [Zitat Ende]

Falsch gedacht: es braucht die Kommunikation mit anderen Menschen, um abstrakte Konzepte entwickeln und denken zu können. Und Sprache ist für diesen Austausch ein probates Mittel. Der Umkehrschluß aber, das alles Denken "sprachlich" ist, gilt nicht.



14.06.2003


Hannes Kater - Ausschnitt aus Zeichnung

Ausschnitt aus Rasierer-Zeichnung
Anfang 2001 (mehr hier, Zeichnung 1 & 2)



Blaue Ergänzung

Rasierapperat

Der Rasierer nach dem Umbau und
bestandenem Test





Während meines ersten New York Aufenthalts hatte ich einen "Langhaar-Rasierer" gekauft und dem damaligen ISCP Stipendiaten Christoph Giradet dagelassen... und es gab den Apperat immer noch, als ich hier wieder auftauchte...

Nur so richtig funktionieren tut er aber erst, seit ich jetzt einen kleinen blauen Pappstreifen als Abstandshalter zwischen die Scherblätter plaziert habe.

2001 tauchte dieser Rasierapperat schon in mehreren Zeichnungen auf – zwei sind jetzt unter:
Zeichnungen/Letter/Gemeine 2001
zu finden.

   13.06.2003
Pop
oder: Jederman sein eigener Künstler

Das Entscheidende des Pop, erklärte Schumacher am Beispiel von Rainald Goetz, sei gar nicht das ständig beschworene Erzählen von den Befindlichkeiten einer Generation, sondern der Bezug des Pop zur Zeit: Pop betreibe in der Gegenwart Grundlagenforschung der Gegenwart. Nicht um die Gegenwart zu verstehen, sondern um sie zu zitieren, zu montieren und zu archivieren. Und damit sei Pop in Wirklichkeit nicht das Vereinbarungsmedium, unter dem sie das Feuilleton gewöhnlich verhandle, sondern eher wie eine Versuchs-
anordnung, strukturell immer offen.
*
nach: Christiane Zschirnt:
Strukturell immer offen. In: taz Nr. 7079 vom 16.6.2003
**  nach:
Dietrich Leder: Medientagebuch. In: Freitag vom 13.6.2003.


Über Möllemann


Nachdem der Todessturz des Jürgen W. Möllemann bekannt wurde, stellte jemand eine Frage, die im ersten Moment despektierlich und vielleicht sogar zynisch klang:
Gibt es Bilder?
[...]

Noch ein letztes Mal sollte das Spiel
nach seinen Regeln gespielt werden.
Es waren die Spielregeln einer auf
Aufmerksamkeit konzentrierten Politik, deren Mittel oft genug die Zwecke überlagern. Über die Realpolitik des Politikers Möllemann in den letzten Jahren weiß man wenig. Wenn man ihn in den Nachrufen dieser Tage lobte, musste man schon mehr als zehn Jahre zurückkehren in eine Zeit, als er im Amt des Bundesbildungsministers fleißig gewesen sein soll.

Die vermutete
Inszenierung seines Todes verbindet, darauf haben viele Kommentatoren hingewiesen, Möllemann mit Uwe Barschel, der sich in einer ähnlichen Situation des politischen Machtverlustes umbrachte und seinen Suizid als Rätsel inszenierte. Vergessen wird ein weiterer Generationskollege der beiden, dessen Tod ebenfalls lange Zeit ein Rätsel war: Andreas Baader. Ein merkwürdiges Triumvirat (west-)deutscher Geschichte.**

Und Baader ist ja nun schon länger
Pop...



Über Kippenberger


Im bildenden Künstler sah Kippenberger schließlich die größte und
monströseste Figur, vollkommen verwickelt und vernetzt in eine Welt der Lügen und Peinlichkeiten mit einem gleichzeitig extrem hohen Unterhaltungswert. Dieser faszinierenden Figur wollte er zeitlebens zur Kenntlichkeit verhelfen.

Man kann sich dabei nicht auf die bequem-kritische Position zurückziehen, er habe dies gewollt, um sie bloßstellen und kritisieren zu können. Vielmehr hat Kippenbergers Hassliebe zur
Künstlerfigur erst das Material auch zu ihrer Kritik herbeigeschafft: vom "Hustler"-Atelier-Witz bis zu Picasso-Starfotos, vom Boulevard-Bohemien Lüpertz bis zur zwangsneurotisch monochrom malenden Spiderman-Spinne (die er in einem Buch über psychedelische Kunst gefunden hatte: unter LSD spinnt sie psychedelisch verformte Netze).

Kippenberger war
zugleich der größte Kritiker wie Darsteller dieser Figur.

Aus: "Der kann ja auch malen!" in: taz Nr. 7072 vom 6.6.2003 – von Dietrich Diederichsen


12.06.2003
Kleiner Luxus

Küchenhandtuch

Küchenhandtuch mit Aufhänger




Es gibt so Stimmungen, da hilft ein wenig shoppen der Seele... und für so einen Fall hatte ich mir das Besorgen von Küchenhandtüchern
mit Aufhängern aufgehoben.

Denn alle Küchenhandtücher, die zur Ausrüstung der Wohnung hier gehören, sind nicht nur häßlich, sondern auch ohne Aufhänger.

Inzwischen kenne ich die Stadt gut genug, um zu ahnen, dass Küchenhandtücher mit Aufhänger hier keine Selbstverständlichkeit sein müssen... und im Laden meiner Wahl – Broadway Panhandler, 477 Broome Street – waren die meisten Handtücher tatsächlich ohne Aufhänger... Im Gespräch mit einer Verkäuferin habe ich dann sogar herausbekommen, wie so ein Schniepel auf Englisch heißt... es aber inzwischen schon wieder vergessen.



11.06.2003








Skizze

Skizze zu einer Arbeit von SongYi Kim
Gestern habe ich bei Feigen (Feigen Contempory, 535 W. 20th Street, New York, NY 10011) die Ausstellung "OnLine" geguckt, eine gallery and online exhibition von Zeichnungen.

Der
schön platte Titel macht mich schon etwas neidisch... grad auch wegen des gleichzeitigen Internetauftritts unter www.feigencontemporary.com.

Die von 3(!) Kuratoren (Charlie Finch, George Negroponte (vom Drawing Center!) und Robert Storr) organisierte Show mit 38 Künstlern allerdings ist schwächlich und lahm.

Schön dagegen gleich nebenan in einer Gruppenausstellung (more fresh meat) eine Video-Arbeit von SongYi Kim: sie selbst in schlichtem Schwarz mit einer ovalen Tafel in Bilderrahmen so groß und so vor ihren Kopf montiert, dass diese ihn genau verdeckt... und dann zeichnet sie – tastend – mit weißer Kreide immer wieder Gesichte, um sie mit einem Schwamm, den sie in ihrer anderen Hand hält, immer wieder auszulöschen, wegzuwischen.
(Kim Foster Gallery)



10.06.2003


Bagel - Skizze
"I really enjoy good Bagels and I'm sad that it is so hard to get good ones. It makes me mad."

Hannes Kater in: "The Report", issue no. 12 (vom 6. Mai 2003), einem Projekt von Harrell Fletcher im Rahmen einer Ausstellung im Drawing Center.

Siehe auch Eintrag vom 17. 4. 2003
Frühstück

ein Bagel

Ein guter Everything-Bagel





Aus der Ferne wehen die Klänge einer Flex durchs offene Küchenfenster und mischen sich unter die Abient-Musik (vom Peace Orchester).

Die Bagels von der Gourmet-Garage sind wieder so gut "wie früher". Anfang Mai hatte sich die Qualität aus mir unerklärlichen Gründen deutlich verschlechtert... vielleicht war ja auch der Chefbäcker einfach nur im Urlaub...

Gute Bagels werden, bevor sie in den Ofen kommen, kurz in gewürztem Wasser gekocht... und gute Bagels sind erstaunlich schwer, nicht zu groß und etwas klitschig. Der Geschmack erinnert an Laugengebäck, der Eindruck ist aber saftiger.

Zur Qualität von Brötchen siehe auch:
Bleckeder Bäckertest


09.06.2003
Kunstpfeil_01

Kunstpfeil_01

Kunststück in einer Galerie mit
dem Namen "get real art"



Der erste Tag seit über 5 Wochen an dem es in NYC mal wieder über 25
Grad
warm ist ... ein feiner Tag, an dem man gerne mal beim Einkaufen einen kleinen Umweg macht, um durch Straßen zu laufen, die man noch nicht kennt.

So gut gelaunt unterwegs schaue ich sogar kurz in eine Galerie mit dem eigentlich abschreckenden Namen "get real art", in der ich in weniger entspannter Stimmung nie gelandet wäre... um dann dort diesen Kunst-Pfeil zu finden: eine Arbeit von einem Tony Wood mit dem Titel Here it is – für schlappe $1000.



08.06.2003
Lieblingspfeil

Hannes Kater - Lieblingspfeil Nr. 44

Hannes Kater - Lieblingspfeil Nr. 44

Lieblingspfeil Nr. 44




Heute: Lieblingspfeil Nr. 44

Richtungsweisender Umschlag
Wenn man einen Umschlag der Citi-Bank verschließt, bekommt man auch gleich angezeigt, mit welcher Seite zuerst man ihn einwerfen soll.



07.06.2003
Katzen haben den Pinselbonus

Pinselbonus

Pinselbonus





Eine
Korrektur (vom Eintrag vom 20.05.2002):
Katzen können freilich zeichnen!

Klar eigentlich, haben sie doch den – angeborenen – Pinselbonus. Sie können mit ihren wunderbar pinseligen Schwänzen schreiben und zeichnen: die Schwanzspitze in ein Gefäß mit Tinte getaucht und schon geht's los.

So habe ich es vorhin im TV gesehen... und habe sogar, nachdem ich nach der ersten Begeisterung wieder klar denken konnte, noch ein paar Beweis-Fotos machen können.


06.06.2003
Der letzte Absturz



Prima geschmacklose Schlagzeile von Zeit-online... Möllemann ist tot. Als ich es zuerst in der internet-taz las, dachte ich noch, es sei ein Scherz...

So lag ich mit meiner Vermutung (vom 25.11.2002) doch nicht falsch, dass es ein wirklich schlechtes Zeichen ist, wenn man seine
website deaktiviert, statt sie für Propaganda in eigener Sache zu nutzen... da war wohl einfach nichts mehr klarzustellen.



05.06.2003
Ungemütliches NYC

Subway Springsstreet

Regenpfützen auf dem Bahnsteig
Springstreet





Regen, Regen,
Regen... den ganzen Mai hat es zu viel geregnet – und es regnet weiter... selbst in den U-Bahnhöfen tropft es von der Decke und es bilden sich Pfützen auf dem Bahnsteig...

New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg, dessen
Privatvermögen das Haushaltsdefizit der – mal wieder – eigentlich bankrotten Stadt von 3,8 Milliarden Dollar um etwa eine Milliarde Dollar übersteigt, macht sich mit seinen Sparvorschlägen gerade ziemlich unbeliebt. So hatte er kürzlich angekündigt, den Turnus der Müllabfuhr zu reduzieren, jedoch nicht im reichen Manhattan, sondern in der armen Bronx. Die kommen mit den dann paar mehr Ratten auch noch klar...



04.06.2003
Gemeinschaftsproduktion

Skizze von Kater und Nakazawa
Skizze von Kater und Nakazawa





Sich über das Phänomen der kreolischen Sprachbildung (Pidgin) und Denken, Sprache und Wahrnehmung im allgemeinen in genau so einer kreolischen Sprache rudimentärster Form, die strukturell etwa der eines fünfjährigen Kindes gleicht, zu unterhalten, ist nur möglich mit Hilfe einer gemeinsam während des Sprechens produzierten Zeichnung...

Hideki Nakazawa (aus dem ISCP-Programm) und ich hatten zumindest den Eindruck, dass wir uns verständigen konnten.



03.06.2003
Field Trip

Fahrkarten

Der Ort der – kontrolierten – Fahrkarten





Duchamp im Philadelphia Museum of Art geguckt... das Grosse Glas konnte nicht mehr Aufmerksamkeit bei mir erringen als die links dokumentierte hiesige Eigenart, in Nahverkehrszügen die kontrollierten Fahrkarten nicht etwa wieder den Fahrgästen zurück zu geben, sondern sie an den Rückenlehnen der jeweiligen Vordersitze in eine eigens dafür vorgesehende Halterung zu stecken.

Manchmal werden die Fahrkarten auch ganz einbehalten und es wird stattdessen ein Zettel mit der Information, bis zu welchem Bahnhof die Reise bezahlt ist, dort platziert.

Ich vermute, so soll das Erschleichen einer Freifahrt erschwert werden – und empfinde das Ganze als sehr
unamerikanisch. Aber das ist die USA in den niederpreisigen Lebensbereichen des öfteren mal...


02.06.2003


Hannes Kater - Lieblingspfeil Nr. 43

... mit Lampe im Hintergrund    


Lieblingspfeil

Hannes Kater - Lieblingspfeil Nr. 43

Lieblingspfeil Nr. 43




Heute: Lieblingspfeil Nr. 43

Pfeilige Lampe
Die Nr. 43 ist mal wieder eigentlich gar kein Pfeil... aber trotzdem schön.



01.06.2003
* So hätten zum Beispiel "Telefone in den Bäumen gehangen".
Lieblingspfeil

Hannes Kater - Lieblingspfeil Nr. 42

Lieblingspfeil Nr. 42




Heute: Lieblingspfeil Nr. 42

Der Idiotie-Pfeil
Aus einem Fenster haben Schüler einen Hocker gezielt auf eine schwangere Passantin geworfen: die war dann "almost dead".

Und so schaffte es
ein Pfeil als Hauptdarsteller auf die Titelseite dieser Zeitung – um das Ereignis groß bringen zu können, ohne Bilder der Schüler oder der schwer verletzten Frau zur Verfügung zu haben.

Die Schulleitung dementierte stur alle Berichte
* von wütenden Anwohnern, dass schon seit einiger Zeit immer mal wieder was aus den Fenstern fliegt.

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Pfeil runter 31. Mai
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