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Studienblatt_4
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*14 |
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Brotwolke
(< 1997)
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1. geistige Heimat, geistiger Hintergrund,
2. nährend, motivierend, Motivationsquelle,
3. Kosmos, die eigene kleine Welt, das per-
sönliche Universum, 4. Inspiration, die
Quelle der Ideen und Energie, 5. Zuge-
hörigkeit.
Was eine Figur so und nicht anders han-
deln läßt ohne räumliche Attribute oder
bei sich überschneidenden "Brotwolken"
herrschen unklare Verhältnisse.
Strukturell steht *14 Brotwolke zwischen
*13 Das große Andere, die äußere sym-
bolische Ordnung und *34 Klein-a, dem
unfassbaren Eigensinn.
Abb. stilisierte Wolke. Ursprünglich wohl
als speisende Wolke (lebensspendener Regen) und Kosmos/Heimat; auch um-
hüllende Geborgenheit.
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Varianten des Darstellers.
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*15 |
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Protagonist
(< 2008, vorher nur "Klient")
1. Protagonist (in der Zeichnung), handelndes
Subjekt, Hauptfigur, bzw. eher wichtige Figur
(in der Zeichnung), 2. ich (der Zeichner, die
Zeichnerin) zeichnet sich selbst in die Zeich-
nung ein, 3. Identifikationsfigur, die Person
mit der sich die Betrachterin, der Betrachter,
identifiziert, 4. (Markierung von) Handlungs-
fähigkeit, Ort im System, wo Entscheidungen
getroffen werden.
Meta-Darsteller: Bezeichnet nicht nur Prota-
gonisten in Zeichnungen, sondern das handelnde
Subjekt, also den Zeichner, selbst - reflexive
Ebene des Systems.
Vgl. auch mit *37 Hirnzerbe. Dieser Darstel-
ler steht für das Aufzeichnungssystem und
das Darstellerlexikon.
Abb. Kopf mit Lunge (dem Kater per-
sönlich wichtigsten Organ) und oft
einem Zeichen auf oder am Kopf.
Bei den neueren Versionen hängt die Lun-
ge oft nur an einer Linie.
Viele Variationen!
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Variante
Klient: das "ich" ei-
nes Auftraggebers
einer Wunschzeich-
nung. Auf'm Kopf:
1. Schleife eines ver-
packten Geschenks
2. der Buchstabe
"K" für Klient
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Varianten
Protagonist: 3er,
4er und 5er Prota-
gonist und älte-
rer (Bartandeutung),
weise werdender P.
als 4er + 1. |
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Knoten
(< 1995)
1. sich an etwas erinnern, eine Erinnerung,
sich etwas merken, eingedenk sein, sich
einprägen, aufnehmen, 2. rekonstruieren,
auffrischen, 3. nicht wieder hergeben, be-
halten, zu eigen machen, verinnerlichen.
Abb. von einem Taschentuchknoten abge- leitete Form. Seit <2015 oft ohne Falten-
linie...
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| Varianten: unterschiedliche Ausrichtungen der Knoten-Zipfel. |
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Brötchen
(< 2006)
Dieser Darsteller steht für:
Erinnerungen an Gerüche, Essen oder
taktile Erfahrungen aus der Kindheit,
die aktuell Entscheidungen beeinflus-
sen, etwa in Liebesdingen oder Kon-
sumentscheidungen und dies auch
unterschwellig, bzw. unterbewusst.
a) das normale Brötchen
(hier in rot)
b) das bewusste Brötchen (drei Vari-
anten in blau mit unterschiedlichen
Schattensetzungen): im Bewusstsein
um die eigene Beeinflußbarkeit durch
'Brötchen' getroffene Entscheidungen.
Achtung: je mehr Schatten, desto
bewusster ist einem Protagonisten
ein 'Brötchen'.
Abb. die Form des Darstellers er-
innert an eine Schrippe, einer Berl-
iner Brötchenform.
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| Varianten aus dem Jahr 2018 |
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Feld
(< 1996)
Darsteller mit Feldcharakter, überlagert oft weite
Bereiche einer Zeichnung.
1. im Sinne von Bedeutungsfeld: Einheit(en)
bildend, verbunden sein, zusammenwirkend,
zusammenhängendes Kraftfeld.
Häufig merkt oder sieht man nur, dass etwas
zusammenhängt, kann es aber nicht benennen...
2. das, was vor jeder bewussten Entscheidung
bereits wirkt: die Ordnung, in die man einge-
bettet ist, bevor man sprechen oder zeich-
nen kann.
3. unscharfe Wahrnehmung, Unklarheit, fehlen-
der Durchblick
Das Feld ist nicht neutral. Es ist die Struktur,
die Bedeutung möglich macht und zugleich
begrenzt, was sagbar, denkbar, sichtbar ist.
Dominik Finkelde verwendet in seiner Vorlesung
Kulturphilosophie nach Lacan (Hochschule für
Philosophie München, 2018) den Begriff "se-
mantisches Feld" als didaktische Vereinfachung
für Lacans Symbolisches: das bedeutungs-
strukturierende Feld, in das das Subjekt eintritt,
bevor es wählen kann. Der Begriff stammt
also nicht von Lacan selbst, trifft aber eine
reale Dimension seines Denkens.
Das Feld funktioniert weitgehend automatisch
es stellt das Vokabular, die Kategorien, die
Bewertungsmaßstäbe bereit, innerhalb derer
Erfahrung überhaupt artikulierbar wird. Man be-
wegt sich in ihm, ohne seinen Rand je vollstän-
dig zu sehen. Es gibt keinen archimedischen
Punkt außerhalb weil das Feld das ist, womit
man sieht, nicht nur das, was man sieht.
Verwandt mit *13 Das große Andere (als
dessen struktureller, allgemeinerer, Eintrag
in der Zeichnung), *34 Klein-a (als das,
was aus dem Feld herausfällt), *30 Ideo-
logie (als dessen inhaltliche Verfestigung)
und *46 Tropfen.
Abb. Raster, Muster.
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Varianten: unterschiedliche Ausprägungen des Darstellers
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Veränderbarkeit, oder Beeinflußbarkeit, eines Feldes:
Das Feld ist nicht unveränderlich, aber durch freies Assoziieren oder analytische Arbeit das eigene Feld zu "durchschauen" und dann freier zu handeln, unterschätzt die Tiefe der Strukturierung.
Lacan wäre vorsichtiger: Was die Analyse ermöglicht, ist nicht der Überblick über das Feld, sondern das Aufspüren seiner Lücken der Stellen, wo die Struktur stockt, wo das Symbolische versagt, wo etwas nicht aufgeht. Dort, in den Rissen, entsteht Spielraum.
Georges Bataille beschreibt eine radikalere Möglichkeit: die Transgression, die körperliche Grenzüberschreitung, die das Feld nicht erkennt, sondern momentan außer Kraft setzt durch Exzess, Rausch, Erotik, Kunst. Es ist kein kognitiver Vorgang, sondern ein körperlicher. Und es ist temporär: Das Feld schließt sich wieder. Aber der Moment der Überschreitung hinterlässt etwas eine Erfahrung, die das Feld nicht vollständig eingemeindet.
Und Felder verändern sich in der Begegnung mit anderen Feldern nicht durch Ablösung, sondern durch Überlagerung, Verschiebung, unerwartete Kombinationen.
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*19 |
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Vierer (auch: 4er)
(< 1996)
Darsteller mit Feldcharakter, überlagert oft weite
Bereiche einer Zeichnung.
1. unreflektierter Mainstream (viel RTL, viel
Konsum auf Kredit, wenig Durchblick, viele
Vorurteile), 2. wenig weise, unerlöst, unreif,
3. abgeschlossen, abwehrend, abweisend, un-
gesellig, unkommunikativ, unzugänglich, ver-
schlossen, zurückhaltend.
Abb. unvollständiger 5er - weiteres siehe dort.
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Varianten mit Darsteller *13 Das große Andere |
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*20 |
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Fünfer (auch: 5er)
(< 1996). Darsteller mit Feldcharakter, über-
lagert oft weite Bereiche einer Zeichnung.
1. reflektierender Mensch, 2. weise, auf-
und abgeklärt, vollständiger Mensch, 3.
kommunikativ, neugierig, offen, weich,
zugänglich.
Abb. die Form des Fünfers leitet sich wohl
vom einer stilisierten Menschendarstellung
ab: je 2 Arme und Beine und Kopf also
ein vollständiger, deshalb auch neugieriger,
Mensch. Wegen des Feldcharakters unspe-
zifische, ausufernde, Form; oft sehr groß.
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Varianten mit Darsteller *34 Klein-a |
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*21 |
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Vase
(< 1995). 1. spenden, weitergeben, Quelle,
beschenken, 2. (eigentlich gegensätzlich:)
anhäufen, (ein-)sammeln, konzentrieren,
speichern, zusammentragen.
Abb. Gefäß, je bauchiger, desto verlässlicher.
Meist räumlich dargestellt die unräumliche
Variante ist der Darsteller *22 Blattamphore.
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Varianten des Darstellers.
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*21+ |
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Gesundheit
(< 2026).
4 Zustände: je leerer die Vase, desto schlechter
die Gesundheit. Wenn der Darsteller rot ist, ist
dem Protagonisten das Problem bewusst/bekannt.
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| Einsatzbeispiel für die beiden Varianten des Darstellers. |
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*22 |
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Blattamphore
(< 2002). sammelnd und /oder spendend.
Verbindungen herstellend, Richtungen an-
gebend, Geflechte bildend.
Die Form geht oft in Mund- oder Augenfor-
men über, auch gibt es eine Nähe zu Pfan-
zenblättern.
Achtung: tritt in zwei Versionen auf!
Abb. Form zwischen Blatt und Amphore, sel-
ten räumlich; tritt fast nie einzeln auf.
a) noch sehr an eine Amphore gemahnend.
b) schon mehr sich einer Mischung zwischen
Blatt und Mund sich annähernd.
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*23 |
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Sieb
(< 2000). 1. (be)reinigen, zerpflücken, et-
was klären, 2. etwas auswählen (eine Wahl
treffen), filtern, auslesen, entscheiden.
Auch als Substantiv: Auslese, Selektion.
Abb. stilisiertes rundes Sieb. Die drei
Querstriche deuten das Sieb an. Oft sind
die Abstände zwischen den Strichen un-
terschiedlich, so dass ein räumlicher Ein-
druck entsteht.
Ab 2018 bleibt die runde Einfassung des
Darstellers meist offen.
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Varianten des Darstellers.
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*24 |
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Gewicht
(< 1999). aufbürden, aufhalsen, bedrücken,
bedrückt sein, beengen, befrachten, belasten,
drücken, einengen, mühen, schlauchen, stra-
pazieren, stressen, überfordern.
Abb. von einem Gewicht (Messkörper) für
mechanische (analoge) Waagen abgeleitete
Form.
Ab 2016 erhält der Darsteller eigentlich
immer eine untere Abschlußlinie..
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Varianten: mit und ohne Schraffur, unten offen oder geschlossen. Und die Doppel-Form mit eingeschriebenen Kreuz (hier in blau), die auch an ein Fernglas erinnert: Angst davor, was wohl kommen mag, also vor der Zukunft.
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Darsteller Nr. 25 bis 36 |
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